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Name: Thomas Göbel
Angemeldet seit: 7. April 2016
URL: https://www.chor-capriccio.de/

Aktuelle Beiträge

  1. Konzert gegen das Vergessen — 24. Oktober 2019
  2. Flammender Appell für den Frieden — 30. Juni 2019
  3. Musikalische Impressionen zwischen den Jahren — 3. Januar 2019
  4. Konzert im Lichterglanz — 5. Dezember 2018

Liste der Autorenbeiträge

Konzert gegen das Vergessen

Musikalische Vision von Krieg und Frieden

Anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges und zum zehnjährigen Jubiläum des ersten Läutens der neuen Glocken von St. Stephan fand in der Mainzer Kirche ein Friedenskonzert statt. Auf dem Programm stand „The Armed Man“ von Karl Jenkins.

Es war ein eindrucksvolles Bild, das sich dem Publikum am 1. September in St. Stephan bot. Rund 130 Sängerinnen und Sänger sowie Musizierende hatten sich im Chor der Kirche formiert, um Karl Jenkins‘ „The Armed Man – A Mass for Peace“ aufzuführen. Der vorangegangene Einmarsch des Chores zum rhythmischen Klang einer Trommel und die wechselnde Beleuchtung des Innenraumes machten das Konzert zu einer Inszenierung. Das Aufführungsdatum war wohl gewählt: Auf den Tag genau vor 80 Jahren begann mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende 60 Millionen Tote, zerstörte Städte und traumatisierte Menschen standen. So war das Konzert als ein Projekt gegen das Vergessen konzipiert.

Über viele Wochen hatte Chordirektorin Birgit Ensminger-Busse das Werk mit dem Chor Capriccio einstudiert. Sie übernahm, zusammen mit ihrer Tochter Antonia Busse, auch die Solopartie. Der Konzertchor und die Musiker des Orchesters Camerata Risonanza standen unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Freitag.
Vor dem eigentlichen Konzert begrüßte Stefan Schäfer, Pfarrer von St. Stephan, die rund 600 Besucher, unter ihnen Bundesministerin Julia Klöckner und Oberbürgermeister Michael Ebling. Schäfer erinnerte auch an das Wirken seines Vorgängers im Amt, Monsignore Klaus Mayer. „Ihm ist es wesentlich zu verdanken, dass diese Kirche nach dem Bombenhagel als die Gebetsstätte des Friedens wieder auferstanden ist“. Schäfer ging auch auf die Spende des Mainzer Technologiekonzerns Schott ein, die die Anschaffung von drei neuen Glocken ermöglichte.

Diesen Aspekt betonte auch der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Dr. Frank Heinricht, in seinem Grußwort. Er bezeichnete das gesellschaftliche Engagement von Schott als Teil der Firmenphilosophie, und „was könnte nachhaltiger sein, als eine Investition in Glocken, die, wie wir alle hoffen, noch in Jahrzehnten, vielleicht sogar in Jahrhunderten ihren Dienst versehen“.
Der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Dr. Denis Alt hob in seinem Grußwort hervor, dass der Krieg die Heimstätten des gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens in Mainz und in vielen anderen Städten weitgehend zerstört hatte. „Nicht zerstört wurden die Hoffnungen der Überlebenden auf Frieden und Versöhnung. Dies zeigt sich besonders in den Fenstern von Marc Chagall“.

Der Waliser Karl Jenkins, Jahrgang 1944, hat sein Werk unter dem Eindruck des Krieges im Kosovo 1998/99 geschrieben, bei dem nicht zuletzt religiöse Konflikte zwischen Muslimen und Christen eine große Rolle spielten. Musikalisch führt das Werk den Spannungsbogen von der Verherrlichung des Krieges über die Tragödie der Zerstörung zur Vernichtung hin, wie sie im Einsatz der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki gipfelten. Die Zuhörer konnten musikalische Rückgriffe auf das Mittelalter, die Kompositionstechniken der Renaissance, aber auch die Klangfarben der Moderne erkennen. Hineingestreut hat der Komponist auch den Gebetsruf des Muezzins. Unerwartet erklang im zweiten Stück von der Empore des Westchors „Allahu akbar“. Erst gegen Ende der Friedensmesse entwickelte sich aus dem Chaos und dem fassungslosen Anschauen die sanfte a-capella-Verheißung, wonach Gott alle Tränen abwischen werde. Speziell im leisen Finale klagen sie prophetisch: „Läutet hinaus die tausend vergangenen Kriege, läutet ein tausend Jahre Frieden“. Spätestens mit dem Einsetzen des Geläuts der Glocken von St. Stephan erreichte das Konzert einen emotionalen Höhepunkt, der noch lange bei den Konzertbesuchern nachhallte.

(Text: Jürgen Breier, mit freundlicher Genehmigung des Verlags Bonewitz, Bodenheim. Fotos: Alex Sell)

Flammender Appell für den Frieden

BAD KREUZNACH (16. Juni 2019). Natürlich geht von den Choristen des Abends keine Gefahr aus. Aber wie sie da zum Takt der Trommel im Gleichschritt durchaus hörbar auf die Bühne zumarschieren – das hat schon etwas Bedrohliches. Was der 1944 geborene englische Komponist Karl Jenkins durchaus beabsichtigt: Mit „The Armed Man – A Mass for Peace“ hat er ein ergreifendes und atmosphärisch dichtes Oratorium geschrieben, das der Konzertchor Capriccio mit Projektsängern sowie Studierenden der Universität Saarbrücken und dem Orchester Camerata Risonanza jetzt in der Pauluskirche aufführte.

(Foto: Kristina Schäfer)

Das Werk setzt ein deutliches Zeichen gegen den Krieg und für ein friedliches Miteinander unter den Nationen. Entstanden war die Musik vor dem Hintergrund des Kosovokonflikts. Zwei vernichtende Weltkriege und Atombombenabwürfe hatte die Welt zuvor erleben müssen. Gelernt hat sie daraus scheinbar wenig, blättert man die Zeitungen der Gegenwart auf oder führt sich die Bilder von waffenstarrenden Militäraufmärschen beispielsweise in Russland vor Augen.

Daher war das Konzert in der Pauluskirche auch ein flammender Appell, den alle Mitwirkenden mutig vortrugen. Dazu gehörte auch, dass nach dem Einmarsch und Eröffnungschor „L’homme armé“ (Der bewaffnete Mann) auf Arabisch der islamische Gebetsruf „Allahu akbar“ (Gott ist groß) erklang, vorgetragen von dem aus Syrien stammenden Monir Hamo. Dies in einer Kirche zu tun hatte die Verantwortlichen zuvor lange beschäftigt; das Durchringen zur Werktreue ist löblich und bewundernswert zugleich.

Bedrohlich geht es weiter: Dirigent Helmut Freitag lässt die tiefen Streicher eine besonders düstere Szenerie zeichnen, der Chor intoniert zusammen mit den Solistinnen Birgit Ensminger-Busse und Antonia Busse das „Kyrie eleison“, was einem durch Mark und Bein geht. Karl Jenkins hat mit seinem „The Armed Man“ ein stilistisch tiefes Werk geschaffen, das auch Momente des Musiktheaters beinhaltet. So rüstet man sich klangvoll zur Schlacht, erbittet für den Sieg gar Gottes Segen – die Bezüge zur Aktualität religiöser Auseinandersetzung sind beklemmend. Dass der Schauspieler Willy Praml die ins Messordinarium hinein montierten Gedichtvertonungen zuvor mit eindringlichem Vortrag übersetzt, verleiht der Aufführung zusätzlich Kontur.

(Foto-Collage: Karl-Heinz Günther)

Es kommt zur grausamen Schlacht, die Jenkins den Chor mit Gebrüll, Stöhnen, Ausrufen und Schmerzensschreien darstellen lässt. So etwas kann übertrieben und leicht peinlich wirken – hier fesselt es einen in seiner Eindringlichkeit. Die Stille im Anschluss ist fast mit den Händen greifbar – eine gespenstische Stimmung, die durch die weiteren Texte noch verdichtet wird: Berührend der Vortrag der Solistinnen, die in mit „Zornige Flammen“ mit Tenor Daniel Reupke an Hiroshima erinnern, grausam das über 2.500 Jahre alte Gedicht über „lebende Fackeln“ und dann verheißungsvoll das modulationsreiche „Agnus Dei“, tröstend das Cellosolo im „Benedictus“.

Den Musikern des Abends gelingt eine stimmige, sich selbst deutende und daher überzeugende und packende Interpretation. Rhythmisch mitreißend erklingt zum Schluss der Mahnruf, dass Frieden besser ist als ewig neue Konflikte zu schüren. Und der a cappella vorgetragene Schlusschoral („Gott wird abwischen alle Tränen“) fühlt sich an wie eine tröstende Umarmung. Nach dem letzten Ton ist es lange still, bevor sich das Publikum applaudierend von den Kirchenbänken erhebt. Zu Gast war der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Dr. Denis Alt – man hätte sich auch die Mächtigen der Welt und Religionsführer dort gewünscht.

(Text: Jan-Geert Wolff )

Eine weitere Aufführung von „The Armed Man“ wird es am 1. September 2019, 18.00 Uhr in St.  Stefan, Mainz geben. Diese Aufführung soll an den Beginn des 2. Weltkriegs vor 80 Jahren erinnern. Tickets im Vorverkauf über Ticket Regional oder an der Abendkasse.

(Foto: Kristina Schäfer)

Musikalische Impressionen zwischen den Jahren

Begeisterndes Konzert von Chor Capriccio und Vokalensemble Vocalisa in der Nikolauskirche, Bad Kreuznach

Schon in den vergangenen Jahren waren die Konzerte in St. Nikolaus unter der Leitung von Birgit Ensminger-Busse musikalisch höchst anspruchsvoll und ein Besuchermagnet. Eine Steigerung schien nur schwer möglich. Aber sie gelang mit dem aktuellen Auftritt! Unter dem Titel „Cantique de Noel“ begeisterten der von ihr geleitete Chor Capriccio und das Vokalensemble Vocalisa mit einem internationalen Programm, das sowohl geistliche als auch weltliche Stücke umfasste. Pfarrer Dr. Kneib konnte im Gotteshaus mehr als 400 Konzertbesucher begrüßen, viele davon hatten nur noch einen Stehplatz gefunden. Besonders die Stücke „Tollite hostias“ von Camille Saint-Saëns und „Jubilemus Salvatori“ von J. G. Albrechtsberger zeigten das hohe Niveau, auf dem sich der Chor Capriccio bewegt.

Zum Gelingen des knapp zweistündigen Konzerts trug auch Prof. Thorsten Mäder bei. Virtuos spielte er zu Beginn auf der Oberlinger-Orgel die Toccata aus der Sinfonie Nr. 5 von Charles Marie Widor sowie den Türkischen Marsch von Wolfgang Amadeus Mozart in einer jazzigen Bearbeitung vom George Fleury zur Einleitung des musikalischen Silvesterfeuerwerkes am Ende des Konzertes.

Ein Rückgriff auf die vergangenen Weihnachtstage bot die Salzburger Hirtenmusik, bei der Silke Schnepp-Mohr und Stefan Schnepp mit ihrem Flötenspiel besinnliche Stimmung schufen. Fehlen durfte hier natürlich nicht das vielleicht bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht“, das 1818 zum ersten Mal erklang – in einer Bearbeitung für gemischten Chor von W. Buchenberg.

Die Gemeinde war ebenfalls in das Programm eingebunden mit einem festlichen „O du fröhliche“ mit Orgel, Choroberstimmen und Zimbelstern. Aus 400 Kehlen tönte erhebend „Freue dich, o Christenheit“.

Die musikalische Brücke in das neue Jahr schlug dann Antonia Busse mit der Arie „Je veux vivre“ („Ich will leben“) aus der Oper Romeo und Juliette von Charles Gounod. Die Tochter von Birgit Ensminger-Busse, die zurzeit Operngesang an der Folkwang Universität der Künste in Essen studiert, verfügt schon jetzt über einen Sopran, der dieses anspruchsvolle Stück zu einem Erlebnis für alle Zuhörer werden ließ. Dass sie sich stimmlich in allen Lagen wohlfühlt, bewies auch die Zugabe „Cantique de Noël“ von Adolphe Adam, gemeinsam vorgetragen mit dem Chor Capriccio. Im langanhaltenden Applaus für alle Mitwirkenden, Standing Ovations für die junge Künstlerin und Dank auch für den „guten Geist“ der Kirchengemeinde St. Nikolaus, Küster Franz Powarcinsky, kam schon die Vorfreude auf das nächste Konzert in St. Nikolaus zum Ausdruck.

Text: Jürgen Breier, Fotos: Karl-Heinz Günther

 

 

Konzert im Lichterglanz

Chor Capriccio und SCC-Singers gastierten im Elsass

 

Das Elsass ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Aber ganz besonders in der Vorweihnachtszeit, wenn die Dörfer und Städte festlich geschmückt, Fachwerkhäuser und Bäume beleuchtet sind und wenn es auf den Weihnachtsmärkten verlockend duftet. Straßburg, Colmar und Kaysersberg waren daher die Ziele einer zweitägigen Chorreise von Capriccio und den SCC-Singers. Chorleiterin beider Chöre ist Birgit Ensminger-Busse. Mit einem Doppeldecker-Bus und mehr als 70 Gästen an Bord ging es von Bad Kreuznach ins Nachbarland. Der Samstagmittag stand in Straßburg zur freien Verfügung. Die Sehenswürdigkeiten Colmars wurden am nächsten Morgen bei einer Stadtführung entdeckt.

Höhepunkt war natürlich das große Konzert am Sonntagnachmittag in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kaysersberg. Schon lange vor Beginn füllte sich das Gotteshaus bis fast auf den letzten Platz mit erwartungsfrohen Besuchern. In ihrer Begrüßung hob Chorleiterin und Organisatorin Birgit Ensminger-Busse die Beziehungen zwischen Bad Kreuznach und Frankreich hervor. Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle, die sich im Kurhaus in Bad Kreuznach vor 60 Jahren trafen, und damit einen wichtigen Schritt zur deutsch-französischen Freundschaft taten. Und zum Zweiten, habe der in Kaysersberg geborene Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer zur Einweihung der evang. Martinskirche in Bad Münster am Stein-Ebernburg vor 100 Jahren die Orgel gespielt.

Musikalisch ging es dann in die Vollen. Stücke in Deutsch, Englisch und Französisch standen auf dem Programm. Der Chor Capriccio begeisterte gleich zu Beginn mit Bachs „Freut euch alle“. Es folgten unter anderem Noel Nouvelet, ein französisches Lied aus dem 15. Jahrhundert, Tolite hostias von Camille Saint-Saens sowie Gloria festiva und African Noel. Das Ensemble Vocalisa zauberte mit Magnificat mittelalterliche Stimmung in den romanisch-gotischen Kirchenraum. Überzeugen konnten auch die SCC-Singers, ein kleiner Chor, der aus Mitarbeitern des auf chemisch-wissenschaftlicher Beratung spezialisierten Unternehmens SCC-GmbH besteht. Ihr „From a distance (in der Weihnachtsversion) und Christmas-Lullaby wurden wie alle anderen Lieder des Konzerts mit großem Beifall bedacht. Firmenchef und Mitsänger Dr. Friedbert Pistel: „Es war der erste Auftritt unseres Chors vor einem so großen Publikum. Aber durch die wöchentliche Probenarbeit waren wir gut vorbereitet.“ In ihren drei Solo-Auftritten zeigte schließlich die Sopranistin Birgit Ensminger-Busse über welch hervorragende interpretatorische Fähigkeiten sie verfügt. Ihr Cantique de Noel von Adolphe Adam als Finale berührte sichtbar die Herzen der Besucher. Mit stehenden Ovationen dankte das Publikum den Künstlern für dieses besondere vorweihnachtliche Konzert..

Sängerinnen, Sänger und die Begleitpersonen waren dann vom Bürgermeister der Stadt zu einem Empfang in den historischen Ratssaal geladen. Ein wunderbarer Abschluss dieser Chorreise. „Die Planungen für 2019 laufen bereits. Im Oktober ist eine mehrtägige Reise nach Venedig vorgesehen mit zwei Auftritten“, blickt Ensminger-Busse schon in die Zukunft.

 

Das nächste Konzert findet am 9. Dezember 2018 in der ev. Martinskirche Bad Münster statt: Weihnachtsmarkt und Weihnachtsmusik – Cantique de Noel III – Chormusik und Lieder zum Mitsingen

(Text: Jürgen Breier, Foto: Th. Göbel)