Monatliches Archiv: Januar 2020

Chorprojekt 2020 – GEMEINSAM

Chorkunst 2020: Gemeinsam. Ein Chorprojekt.

‚Chorkunst 2020: Gemeinsam‘ ist ein überregionales Musikprojekt für Sänger und Sängerinnen, die die Magie des gemeinsamen Singens lieben und Lust haben, dabei viel Neues auszuprobieren.
Geleitet werden die Wochenendworkshops von dem im Westerwald lebenden Musikerpaar Katrin Waldraff und Peter Moldovany.
„Wir haben schon mit Sängern und Musikern aus vielen Gegenden der Welt musiziert. Diese Begegnungen sind immer bereichernd und befruchtend. Für dieses Projekt wünschen wir uns Menschen aus vielen Gegenden Deutschlands. Aber auch eine Holländerin ist bereits angemeldet und eine Sängerin aus Griechenland überlegt, ob sie es schafft, dabei zu sein. Denn ein Projekt, das über drei Wochenenden ausgelegt ist, wird nicht mal eben zugesagt, das braucht schon Planung.“
Die Musik für das Chorprojekt hat der Komponist und Klavierspieler Sven A.P. Moldovany geschrieben. „Mich beschäftigt besonders der Mensch und sein Bezug zur Welt, zur Natur, zu seinen Gefühlen. Vor allem in letzter Zeit sind dabei einige Chorstücke entstanden, die sich für dieses Projekt anbieten.“ Der Fokus des Projekts wird darauf liegen, die Musik spielerisch und experimentell zu füllen, indem man das eigentliche Instrument stimmt: die Menschen. Und das geht GEMEINSAM ganz großartig!
Die Ausschreibung wendet sich an Sänger und Sängerinnen die recht stimmsicher sind, ihre Stimmen selbständig vorüben können und offen sind für neue Arbeitsweisen. „Es ist wichtig, die Zeit zu nutzen. Wer die Noten schon kann, ist freier, damit zu spielen“, sagt Katrin Waldraff, Stimmbildnerin und Dirigentin von fünf Chören hier im Westerwald. „Zudem proben wir an verschiedenen locations in der Eifel und im Westerwald. Das sind sehr schöne Orte, deren Eigenarten mit in die Musik fließen werden. Da besteht eine Wechselwirkung.“
Wer sich genauer informieren möchte findet weitere Details auf der Website www.innenland.com und kann sich von dort auch mit den Organisatoren in Verbindung setzen. „Es geht hier nicht um technische Höchstleistungen, sondern um ein konzentriertes musikalisches und menschliches Miteinander, das der Musik eine besondere innere Qualität verschafft.“
Die Anmeldephase läuft. Mitte Februar werden die ersten ÜbeAudios verschickt, und im Mai ist das erste Kennenlernwochenende.
„Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte. Schreiben Sie uns!“

FROHE STUNDE WEITER AUF ERFOLGSKURS

Jahreshauptversammlung bescheinigt Chor und Vorstand ausgezeichnete Verfassung

Im Sebastianssaal des Bürgerhauses in Weroth zogen die Vereinsmitglieder des Männerchores FROHE STUNDE Weroth bei der alljährlichen Hauptversammlung eine im Wortsinn ausgezeichnete Bilanz für das Sängerjahr 2019. Hans-Georg Jung, einer der beiden Sprecher des Chores, hob in seinem Resümee besonders das Golddiplom des Levels III beim internationalen Chorwettbewerb in Salzburg hervor. Die FROHE STUNDE erzielte mit 22,97 Punkten die bislang höchste Wertung ihrer Wettbewerbe auf internationalem Parkett. Besonders erfreut zeigte er sich aber auch, dass die FROHE STUNDE gegen den allgemeinen Trend in 2019 weitere Sänger hinzugewinnen konnte, so dass der Chor mit aktuell 46 Aktiven kurz- und mittelfristig personell sehr gut aufgestellt sei. Nach seiner festen Überzeugung sind die überaus guten Perspektiven im Wesentlichen Folge einer kontinuierlich leistungsorientierten Ausrichtung des Chores. In der 3. Ausgabe des Chormagazins „Singendes Land“ wurde dieser Aspekt der Chorarbeit am Beispiel der FROHEN STUNDE ausführlich erörtert. Da dieses Printmedium des Chorverbands Rheinland-Pfalz mit einer Auflage von 3.200 Exemplaren im Wesentlichen den Mitgliedsvereinen und deren Chorleitern zugestellt wird, kann man davon ausgehen, dass die Verantwortlichen die Vereinspolitik der FROHEN STUNDE durchaus für beispielhaft halten. Auch dies darf sicher als Auszeichnung verstanden werden.

Jung bedankte sich abschließend bei den Mitgliedern des Vorstands für ein angenehmes und effizientes Miteinander. Er lobte die Aktiven für die hohe Motivation und ihr ausgeprägtes Engagement auf allen Vereinsebenen und hob dabei die Leistung des Chorleiters Dr. Jens Röth besonders hervor. Nicht zuletzt galt sein Dank auch den anwesenden Vertretern der Ortsgemeinde Weroth, namentlich Ortsbürgermeister Achim Kremer, für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bei der sich anschließenden Totenehrung gedachte man vornehmlich der vier im Jahr 2019 verstorbenen Ehrenmitglieder Josef Hannappel, Axel Metternich, Walter Goerg und Karl-Heinz Jungerts.

Im Bericht des Geschäftsführers ließ Bernd-Josef Metternich die Geschehnisse des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren. Die Anwesenden konnten sich dank einer umfangreichen Fotostrecke noch einmal die Details auch plastisch in Erinnerung rufen. Neben der Reise nach Salzburg lagen die Schwerpunkte seines Berichts bei den Auftritten in Mainz (1. Landes-Chorfest des Chorverbands Rheinland-Pfalz) und im Stöffel-Park (1. Westerwälder Chorfest des Chorverbands Westerwald), sowie bei der 1. Open Air Matinee der FROHEN STUNDE anlässlich des 25 jährigen „Dienstjubiläums“ von Dr. Jens Röth als Chorleiter der FROHEN STUNDE.

Kassenprüfer Edwin Bechthold bescheinigte Kassierer Manfred Fachinger im Folgenden eine vorbildliche Kassenführung, weshalb er und der gesamte Vorstand auch einstimmig entlastet wurden. Fachinger hatte zuvor eine solide Kassenlage bilanzieren können, bei der ein turnusmäßig erwarteter Einnahmerückgang mit den Gewinnen aus Open-Air-Veranstaltung und Weihnachtsmarkt gut kompensiert werden konnte. Auch in der Kasse mache sich der Mitgliederzuwachs positiv bemerkbar, weshalb es gelte, so Fachinger, „in den Bemühungen um neue Sänger nicht nachzulassen“.

Zu den Planungen für das neue Jahr und darüber hinaus gab es mehrere Grundsatzentscheidungen. So erteilte die Versammlung dem Vorstand u.a. das Mandat, für 2020 eine Chorfreizeit zu planen und erste Schritte für die Teilnahme an einem Wettbewerb im europäischen Ausland im Jahr 2021 zu unternehmen. Ob man sich erneut zur Ausrichtung des Weihnachtsmarkts bereit findet, soll davon abhängig sein, welche Rahmenbedingungen die Gemeinde bei der jetzt anstehenden Ausschreibung zugrunde legt. Dank der spontanen Bereitschaft einiger Anwesender, sich so wie bisher oder auch mit zusätzlichem Engagement in die konkrete Planung und Ausgestaltung der Veranstaltung einzubringen, sollte eine Ausrichtung für die FROHE STUNDE grundsätzlich kein Problem sein.

Gesanglich stehen im „Jubiläumsjahr“ Jahr 2020 (die FROHE STUNDE wird 120 Jahre alt) Konzertverpflichtungen im Vordergrund. Neben der Teilnahme am Abschlusskonzert des Chor-Kongresses des Chorverbands Rheinland – Pfalz (26. Januar 14:30 Uhr Kath. Kirche „St. Peter in Ketten“ in Montabaur), wird die FROHE STUNDE in Chorgemeinschaft mit dem MGV „Frohsinn“ Frickhofen am 18. April (19:00 Uhr „Leonhard-Gläser-Saal“ der Siegerlandhalle in Siegen) die festliche Jubiläumsgala anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Fachverbands Der Chorleiter (FDC) mitgestalten. Sängerischer Höhepunkt des Jahres soll schließlich das erste eigene Advents-/Weihnachtskonzert der FROHEN STUNDE am 20. Dezember in der Pfarrkirche „St. Matthias“ in Steinefrenz werden, zu dem bereits die ersten Gespräche geführt wurden.

Im Rahmen des Tagesordnungspunkts „Verschiedenes“ dankte Ortsbürgermeister Achim Kremer den Sängern für Ihr vielfältiges Engagement. Weroth sei durch die Erfolge „seines“ Männerchors weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die FROHE STUNDE trage zusätzlich mit unterschiedlichsten Aktivitäten auch und gerade innerorts ganz wesentlich zu Gemeinschaftssinn und dörflichem Miteinander bei, was man gar nicht hoch genug einschätzen könne. Die Versammlung schloss schließlich ganz in diesem Sinne – harmonisch und traditionell – mit einem Lied.

Weitere Informationen unter www.frohe-stunde-weroth.de.

‚Coro Crescendo‘ kann auch leise

Hargesheim, 22. Dezember 2019: Sängerinnen und Sänger beschenken sich und ihr Publikum zum Abschluss des Jubiläumsjahrs mit einem Weihnachtskonzert.

Zum 100. Geburtstag des MGV „Frohsinn“ 1893 Roxheim im Jahr 1993 trafen sich ehemalige, den Kinderschuhen entwachsene Mitglieder des Kinderchores zu einem „einmaligen“ Jubiläumsauftritt – die Geburtsstunde des ‚Coro Crescendo‘. Ein Jahr später wurde der gemischte Chor als dauerhafte weitere Abteilung – neben den Kinder- und Jugendchören – des MGV „Frohsinn“ Roxheim angemeldet. Unter seinem Chorleiter Jürgen Frank erarbeiteten die Choristen in wenigen Jahren den Titel „Meisterchor“ und erneuerten diesen Titel bisher zweimal.

Grund genug, den 25. Geburtstag in 2019 ausgiebig zu feiern! Als krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres hatte der Chor am 4. Adventssonntag in die kath. Kirche St. Bernhard nach Hargesheim eingeladen. Mehr als 400 Zuhörer kamen – und ließen sich durch das vielseitige Programm auf Weihnachten einstimmen. Die selten aufgeführte Weihnachtsmotette „In Natali Domini“ von Josef Antonín Sehling (1710 – 1756) bildete den strahlenden Mittelpunkt des Konzerts: Ein Instrumental-Ensemble, bestehend aus einem Streichquartett (die Schwestern Viola, Clara und Adela Evers mit Johanna Reitze) und zwei Trompeten (Anna Domann-Schmitt und Tom Blakely), Sopran- und Alt-Solistinnen (Birgit Ensminger-Busse und ihre Tochter Antonia Busse) sowie der Chor schilderten die Geburt Christi, die Ergriffenheit der Hirten und die Freude der Engel. Einfach schön!

Natürlich durfte auch „Tollite hostias“, der Schluss-Satz aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns, nicht fehlen – ohne das es nach dem Empfinden des Dirigenten Jürgen Frank kein Weihnachtsfest geben kann. Ganz nebenbei konnte dabei der ‚Coro Crescendo‘ auch seinem Namen alle Ehre machen und das finale Crescendo ordentlich anschwellen lassen.

Dennoch gab es auch sehr feine, leise Momente: „Stille Nacht“ nach dem Satz von Ben Parry oder das als Zugabe gegebene „Leise rieselt der Schnee“, arrangiert von Carsten Gerlitz zeigten, wie sensibel der Chor mit den dynamischen Weisungen seines Leiters umzugehen versteht.

Die beiden Solistinnen setzten Glanzhäubchen: Das Giulio Caccini zugeschriebene „Ave Maria“ als selten zu hörendes Duett von Sopran und Mezzosopran ließ die Stimmen von Mutter und Tochter verschmelzen. In „Pie Jesu“ von Andrew Lloyd Webber lieferte der Chor das Fundament für die beiden Solostimmen, einfühlsam und präzise am Piano begleitet von Sun Young Kang-Mäder.

„Warum denn einfach, wenn es auch kompliziert geht?“ war wohl der Beweggrund des Komponisten Heinrich Kaminski (1886 – 1946), sich der alten Melodie von „Maria durch ein Dornwald ging“ anzunehmen. Eine meisterliche und selten gehörte Komposition – die allerdings dem Chor auch das letzte abverlangt.

Dem Publikum muss es wohl gefallen haben – schlossen die Sängerinnen und Sänger jedenfalls aus dem frenetischen Applaus.

 (Text: cc, Foto: Reiner Seiwert)

Weihnachtskonzert „In Natali Domini“